Schlicherum hat einen neues und zugleich altbekanntes Schützenkönigispaar: Majestät Josef IV Höfges und seine Königin Martina. Josef, Rentner, ehemaliger Buchhalter und offenbar ein Mann, der weiß, wie man den Vogel abschießt… und zwar mit Stil. Bereits 1996 trug er die Königswürde, doch wer dachte, er würde sich darauf ausruhen, hat die Rechnung ohne Jupp, so wird er liebevoll im ganzen Dorf genannt, gemacht. Mit dem sagenumwobenen 99. Schuss im 99. Vereinsjahr holte er den Vogel von der Stange, wenn das mal kein Gespür für Timing ist! Manche munkeln, er habe das genauso geplant. Er selbst sagt dazu nur schmunzelnd: „Man muss auch mal Glück haben.“
Doch hinter diesem „Glück“ stecken Jahrzehnte Vereinsleben: Seit 1974 ist Josef Mitglied in der Kameradschaftlichen Vereinigung in Schlicherum, Gründungsmitglied des Zugs „Schlicherumer Jonge“ und seit 1984 dessen unermüdlicher Zugführer. Dass der Zug nun bereits zum sechsten Mal den Vereinskönig stellt, und dass ausgerechnet im Jahr des 50-jährigen Jubiläums, dürfte für ihn ein ganz besonderer Anreiz gewesen sein. Zufall? In Schlicherum glaubt daran niemand. Vor allem, weil er als herausragender Schütze bekannt ist und sich schon einige Einzel und Zugpokale sichern konnte.
Auch familiär ist das Königshaus tief im Schützenwesen verwurzelt: Schon Großvater Peter Senior Höfges war 1927 Gründungsmitglied des Vereins und damals auch im Vorstand, Vater Peter regierte 1961/62 als König und war ebenfalls im Vorstand aktiv. Man könnte also sagen: Das Regieren und die Arbeit im Verein liegt bei den Höfges quasi im Blut.
An seiner Seite: Königin Martina (65), ehemalige kaufmännische Angestellte und heute ebenfalls im wohlverdienten Ruhestand. Auch sie bringt königliche Gene mit. War doch ihr Vater Hermann Neukirchen 1969 Schützenkönig im Nachbarort Hoisten und ihr Sohn Marc Skirlo ebenfalls 2014 Vereinskönig in Schlicherum. Gemeinsam bilden Josef und Martina ein eingespieltes Team, ob im Garten, beim Spaziergang mit dem Hund, mit den Enkelkindern oder zumindest bei Martina auch hoch zu Ross.
Ein weiteres Highlight in Josefs Vita: Seit über 30 Jahren ist er der Sankt Martin im Dorf. Stolz führt er den Martinszug durch Schlicherum und macht den Kindern bei der Tütenausgabe eine Freude. Wenn also jemand weiß, wie man einen Umhang trägt und eine gute Figur macht, dann er.
Nebenbei engagierte sich Josef Höfges stolze 19 Jahre im Vorstand, unter anderem als 1. Kassierer. Und wer denkt, dass er sich jetzt im Ruhestand zurücklehnt, der kennt ihn schlecht: Schon jetzt mischt er fleißig bei den Vorbereitungen für das große 100-jährige Vereinsjubiläum im nächsten Jahr mit oder hilft beim Ausbau des Schießstandes. „Er kann’s einfach nicht lassen“, heißt es aus Vereinskreisen – und das ist ausdrücklich als Kompliment gemeint. Schlicherum darf sich also auf ein Königsjahr mit Herz, Humor und ordentlich Erfahrung freuen. Und wer weiß: Vielleicht übt Josef ja schon heimlich für das nächste Jubiläum… man sollte ihn besser im Auge behalten.
Nun freuen sich Josef und Martina auf schöne Festtage, hoffentlich tollem Wetter und viele Gäste aus nah und fern.